Weihnachtsbrief                                                                                     1.Advent 2019

 

Weihnachten

 

heißt mit der Hoffnung leben,

wenn sich die Menschen die Hände

zur Versöhnung reichen,

wenn der Fremde aufgenommen wird,

wenn einer dem anderen hilft,

das Böse zu meiden und das Gute zu tun,

dann ist Weihnachten.

 

Liebe Freunde und Wohltäter,

 

wenn man Zeit zum Bitten hat, muss man auch Zeit zum Berichten haben und Dank sagen können für all die Zuwendungen und Spenden die wir von Ihnen in den letzten Jahren erhalten haben. Für diese Unterstützung der Menschen und Einrichtungen, die Bischof Stehle aufgebaut hat, benötigen wir jährlich zwischen 120.000.00 und 130.000.00 Euro.

 

Dieses Jahr wollen wir Ihnen einige Beispiele nennen:

 

Lebenszentrum:

Vom Regenwald kommen junge Frauen, darunter auch 13-bis 14jährige Mädchen mit ihren Babys und bitten um Aufnahme in unseren Einrichtungen. Wer die Väter dieser Babys sind, bleibt oft ein Geheimnis. Die hilfesuchende Mädchen und Frauen werden zuerst auf  Krankheiten untersucht. Danach versuchen wir herauszufinden, wo sie herkommen und wollen erfahren, warum sie von ihren Familien geflohen sind. Danach durchlaufen sie einen Lernprozess. Sie erfahren unter anderem, dass man Babys nicht nur von Bananen ernähren,  sondern auch von Gemüse und Obst ein Essen zubereiten kann. Sie bleiben meist so ca. drei Monate in der sozialen Einrichtung, bevor sie wieder zu ihren Familien in den Regenwald zurückkehren.

 

Waisenkinderheim:

Wir haben einen Säugling  in einem Pappkarton auf einer belebten Straße gefunden, der ausgesetzt wurde. Man findet keine Worte dafür.  Das Baby wurde zufällig gefunden und in unser Waisenkinderheim gebracht. Es war wirklich großes Glück, dass es überlebt hat. Das Mädchen wurde auf den Namen Sofia getauft.

 

Straßenkinderheim:

In vielen Familien ist der Konsum von Drogen und Alkohol noch sehr groß. Des Weiteren werden die Kinder oft zum Betteln oder für kleinere Straftaten auf die Straße geschickt. Die Polizei weiß keinen Rat mehr und bittet uns, sie in unserem Heim aufzunehmen. Ein Teil der Kinder kommt nach einer gewissen Zeit zu den Eltern oder Verwandten zurück. Ist dies nicht möglich, bleiben sie im Heim, bekommen eine Schul- und Berufsausbildung und suchen sich oft im sozialen Bereich eine Anstellung. Zwei Kinder, die keine Eltern mehr hatten und sich deshalb mit Diebstählen durch das Leben geschlagen haben, wurden uns von der Polizei gebracht. Heute sind sie Priester und helfen in der Diözese mit.

 

Caritas:

 Wenn ein Mensch genug Dollar hat, sind für ihn Ärzte und medizinische Einrichtungen genug vorhanden. Wenn die Menschen jedoch nur zwei bis fünf Dollar am Tage verdienen, sind Arztbesuche nicht möglich. Hier helfen wir mit Medikamenten und finanzieren Besuche bei einem Arzt. Auch werden in besonderen Einrichtungen behinderte Kinder von uns betreut.

 

Universität:

 Wir unterstützen jährlich drei junge Menschen aus armen Familien mit einem Stipendium, damit ein Teil ihrer Studienkosten gedeckt ist. Dafür erledigen diese, während ihrer Studienzeit, gewisse Sozialarbeiten auf dem Universitätsgelände.

 

Schule:

In Ecuador besteht Schulpflicht. Aber für Schulbücher und Lernmittel müssen die Eltern selbst sorgen. Das ist für viele  finanziell nicht möglich. Diese notwendigen Utensilien stellen wir schon ab dem ersten  Schuljahr den Kindern zur Verfügung.

 

Messstipendien:

Wir bekommen von unseren Freunden oft zweckgebundene Spenden für ältere Priester. Diese werden in einen Messstipendienfonds eingezahlt. Während einer Eucharistiefeier schließen sie dafür die Verstorbenen in das Gebet mit ein. Aus dem Fonds erhalten sie dann 5.00 Dollar ausbezahlt.

 

Dachdeckerprogramm:

In den Armenvierteln von Santo Domingo würde man unsere Gartenhäuser hier als Villen bezeichnen. Dabei sind es aber nur zusammengenagelte Bretterbuden, die mit Pappe, Plastik und verrostetem Blech bedeck sind. In solchen Hütten leben zwischen fünf und zehn Personen. Hierbei helfen wir jedes Jahr damit, dass cirka 40 Hütten neue Dächer mit wasserdichten Blechbahnen bekommen. Kleine Anmerkung: Bei unserem vorletzten Besuch in Santo Domingo schauten wir uns verschiedene Hütten mit einem neu gedeckten Dach an. Dabei nahm uns eine ältere Frau in ihre Arme und sagte folgendes:” Danke für Ihre Hilfe. Seit dieser Zeit werde ich, wenn es regnet und ich auf meiner Matratze auf dem Boden liege, nicht mehr nass.” Mit solchen unverhofften Bemerkungen muss man in dieser Minute leben. Aber sie machen glücklich.

In Europa kann man das alles im Fernsehen verfolgen, liest es in der Zeitung oder hört es im Radio. Schnell wird alles wieder vergessen oder verdrängt. Wenn man dieses Elend aber vor Ort mit den eigenen Augen sieht, brennt es sich direkt in das Herz hinein und man vergisst es nicht mehr

 

Weiter fallen noch viele andere Sonderaktionen während des Jahres an, die durch uns unterstützt werden.

 

Alle diese finanziellen Unterstützungen stimmen wir mit Bischof Bertram ab.

Wir haben sowohl in Dossenheim als auch in Santo Domingo jeweils ein Kuratorium das der Stiftung vorsteht und die Ausgaben überwacht.

 

Folgende Personen gehören dem Kuratorium in Dossenheim an:       

Vorsitzender:             Pfarrer Ronny Baier

                                               Mitglieder:                  Pfarrer Matthias Weber

                                                                                     Bürgermeister David Faulhaber

                                                                                     Geschäftsführer Ralf Pfeifer

                                                                                     Freie Handelsv. Michael Schmich

 

In Santo Domingo setzt sich das Kuratorium fogendermaßen zusammen:

Bischof Bertram Wick

Schwester Theresita

David Schwarz

 

Diese gesamten kirchlichen und sozialen Einrichtungen, die Bischof Stehle aufgebaut hat, möchten wir aus Liebe zu ihm weiterführen. Außer Bischof Stehle müssen wir auch noch folgende Personen erwähnen, die viel in Santo Domingo bewirkt haben:

Einmal die bereits verstorbene Schwester Claudia, als unvergessene Leiterin vom

Valle Feliz Waisenkinderheim sowie Padre Paul Fink, der das Straßenkinderheim, von seinen Südtiroler Freunden nur als Bubenheim benannt, führte. Padre Paul war in Santa Domingo als Padre Pablo bekannt und ist heute noch für viele Menschen unvergessen.

 

Wir hoffen Ihnen mit unserem Weihnachtsbrief einen kleinen Einblick in unsere Arbeit gegeben zu haben und danken Ihnen für Ihre weitere Unterstützung.

 

Wir wünschen Ihnen eine schöne Adventszeit, gesegnete Weihnachten und ein glückliches, zufriedenes und gesundes  Neujahr 2020.

 

Dieter Schmich und Karin Pfeifer

(Vorstände der Stiftung)

 

Für eine Unterstützung der verschiedenen Projekte wären wir Ihnen sehr dankbar.

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